Ghezzo Immobilientag 2021 – Rückblick Teil 3: Digitalisierung, digitale und physische Sicherheit

by Alexander Ghezzo

Am 22. Juni – am ersten Sommertag bei einer Außentemperatur von 32°C – fand der zweite Ghezzo Immobilientag im Office Park des Flughafen Wien statt. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und 443 Zuschauer*innen beim Online-Stream (Danke an A1 und Belimo) kamen für Netzwerk, Inspiration und Austausch zusammen. Herausforderungen und rasend schnelle Veränderungen können wir nur gemeinsam bewältigen – genau in diesem Zeichen stand der Ghezzo Immobilientag.

Digitalisierung

Wie die Digitalisierung einer Immobilie wert- und sinnstiftend funktioniert, haben Christian Rassner, Sedlak Immobilien und Kristina Simorova, Kone AG vorgestellt. Sicherheit, Kommunikation, Informationen und Unterhaltung fügen sich in einem System zusammen, das für Errichter, Betreiber und Bewohner*innen gleichermaßen Vorteile bietet. So wird das Telefon zur Steuerzentrale für Türglocke, Türöffner und Aufzug – bei Kone nennt man das Residential Flow.

 

Aufzüge werden mittlerweile als Verkehrsmittel verstanden, so Rainer Kindelmann, Hel-Wacht Holding GmbH. 76 km/h, über 2000 Meter lang – unter solchen extremen Bedingungen ist der Aufzug unterwegs. Trotzdem ist der Aufzug das sicherste Verkehrsmittel. Das ist möglich durch regelmäßige Wartung und durch smarte Notrufsysteme. Bisher analog sollten diese alle auf IP-Übertragung umgestellt werden, um Sicherheit zu gewährleisten, Fehlalarme zu filtern und die Rettungskette zu verkürzen.

 

Die moderne Vermarktung von Immobilien ist ohne Digitalisierung kaum mehr denkbar. „Wie viele Bilder braucht es für viele Anfragen?“ 4-10 sind es, wissen Alexandra Samarskaya, Landaa Immobilien GmbH und Manuel Überreich, ImmoScout24. Es braucht den richtigen Mix von Social Media, Plattformen, Videos und auch Print, um Emotionen zu erzeugen und Anfragen zu bekommen. Dem widmet sich ImmoScout24 mit neuen Dienstleistungen.

 

Emotionalisierung ist auch, was Nicolas Oberlik, EyeCandy GmbH mit hochwertigen Visualisierungen erreichen möchten: „Wir verkaufen nicht den Motor, sondern das Auto.“ Nikolai Krinner, PicMyPlace GmbH, hat uns gleich ein paar Emotionen beschert, indem er in der Location eine Drohne fliegen ließ.

BIM

BIM ist ein Herzstück der Digitalisierungsstrategie von Soravia, berichtet CIO Hannes Gutmeier, und zählt sich dabei zu den Vorreitern der Branche. Man erwartet sich Transparenz, Verbesserung des Betriebes und auch die Möglichkeit aus Projekten zu lernen, allen voran genannt das TrIIIple®-Projekt. „Einfach tun!“ rät Hannes Gutmeier seinen Kolleg*innen.

Klemens Marx, AIT, wünscht sich ein BIM weit über Gebäudegrenzen hinweg. Die ganze Stadt kann davon lernen. Es braucht kollaboratives Denken und integrative Planung, denn in der Zeit der vernetzten Gebäude und den Herausforderungen in Richtung Kreislaufwirtschaft wird BIM eine zentrale Rolle spielen.

Mirko Warzecha, Mensch und Maschine Austria, hat die Hemmschwellen analysiert, warum BIM noch nicht weiter fortgeschritten ist. Zu unklar sind die Anforderungen und der erwartete Nutzen. Kultur, Organisation, Prozesse und Technologie – schlicht K.O.P.T. sind aus seiner Sicht die Voraussetzungen für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte. Eine Steigerung des EBITs eines Projekts von etwa 40% kann durch BIM erzielt werden. Sogar Versicherungen vertrauen mehr auf mit BIM gebaute Objekte.

René Subhieh, XEOMETRIC, geht es ganz stark darum, Planer und Architekten zu BIM zu verführen. Sein Ansatz dabei: Usability. In moderner Software ist lässt sich fast spielerisch gestalten, optimieren und demonstrieren. Und all das mit überschaubarem Zeitaufwand für wertvolle Basisdaten, Bilder und Informationen.

Haftung und Sicherheit

Andreas Lang, HR Gebäudehülle GmbH, Andreas Palli, POHL DWS GmbH und Ernest Stühlinger, AUVA, stellen beim Ausflug aufs Dach fest, dass durch die komplexere Dachnutzung erschreckend viele Unfälle passieren. Dafür haften u.a. Bauherr, Planer und Verwalter. Es empfiehlt sich also, Dächer also entsprechend abzusichern.

Cybersicherheit war das Thema von Andreas Köberl und Stefan Pfefferer, TÜV Austria. Gerade bei Smart Buildings gibt es viele Möglichkeiten des Missbrauchs und des Eindringens über IT-Systeme. Die hybride Arbeitsweise der letzten Monate hat das noch verstärkt. IT und Immobilienexpert*innen müssen zur Absicherung von Gebäuden zusammenarbeiten und dazu auch lernen, die gleiche Sprache zu sprechen.



 

Download der Unterlagen

Weiter geht das Veranstaltungsjahr mit der 12. GBB

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