Energieautarke Sensoren und smarte Automatisierung sollen Komfort bringen und Gesundheit schützen

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Corona hat noch mehr sensibilisiert, wenn es um die Raumluftqualität geht. Energie-sparen ist eine der wichtigsten Forderungen im Zuge der Energiewende. Luftfeuchtigkeit ist in unseren gedämmten Gebäuden ein Gesundheitsfaktor. Josef Pendl von Thermokon kennt die technischen Lösungen und die Anforderungen an die moderne Gebäudetechnik. Im Interview berichtet er über die aktuellen Lösungen und Trends.

Ghezzo: Im Smarten Gebäude stellen die Bediengeräte die Verbindung zwischen dem Menschen und dem Raum her. Dabei müssen die NutzerInnen ja auch ohne große Einschulung mit den Geräten umgehen können. Wie verbinden Sie einfache Bedienung und hohe Flexibilität?

Pendl: Unsere Raumbediengeräte sind in der Bedienung durch wenige aber aussagekräftige Tasten simpel gehalten. Beim Raumregler JOY wird die einfache Bedienung durch ein Minimum an Bedientasten erzielt. Und diese sind z.B.. durch einen roten Pfeil für WÄRMER und durch einen blauen für KÄLTER selbsterklärend.

Bei den beiden Raumbediengeräten Novos Touch und Thanos Evo erfolgt die Bedienung über ein hochauflösendes Touch-Display. Die Bedienung ist ähnlich einem Smartphone und daher für Jedermann eine einfache Sache.

Die Flexibilität wird dadurch erreicht, dass die Geräte entsprechend der Projekt-/Kundenanforderung von der Regelungsfirma parametriert werden können. Z.B.. kann ein Fensterkontakt für Energiestopp oder ein Anwesenheitssensor zum Umschalten zwischen Komfortbetrieb und Absenkbetrieb (reduzierte Raumtemperatur) angeschlossen werden oder in einem Hotel ein Keycardschalter.

Ghezzo: Im Büro und Gewerbeobjekt sind Sensoren und Steuerungen ja schon weiter verbreitet. Wie wichtig ist das dem Wohnungsnutzer?

Pendl: Der Wohnungsnutzer wünscht sich immer mehr ein automatisiertes Raumklima. D.h neben der bereits üblichen gemessenen Raumtemperatur ist natürlich auch die Raumfeuchte für den Nutzer sehr interessant. Wie wir ja wissen, ist zu viel an Feuchte (Schimmelgefahr), aber auch zu wenig Feuchte (trockene Luft) für den Menschen gesundheitsschädlich.

Die optimale relative Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitszimmern sollte zw. 40 und 60% sein. Ghezzo: Ist das Thema Luftqualität und Luftmessung durch Corona wichtiger geworden?

Pendl: Ja, Corona hat das Thema Luftqualität bei den Menschen sensibilisiert. Es ist schade, dass erst so ein Ereignis eintreten muss, damit man konkret darüber nachdenkt wann gelüftet werden soll. Unsere Raumbediengeräte messen neben Temperatur und Feuchte auch die beiden Luftqualitätsparameter CO2 und VOC.  Die Aerosolkonzentration steht relativ in Verbindung mit der CO2 Konzentration.

Um es den Nutzer einfach zu machen, liefern wir sogenannte CO2 Ampeln.  Mit einer LED oder einem Display wird mittels Farbwechsel (grün, gelb, rot) signalisiert, wann der CO2 Gehalt in der Luft zu hoch ist.

Ghezzo: Gesundheit hängt ja viel mit der Raumluft zusammen? Welche Empfehlungen haben Sie, wenn es um die optimalen Bedingungen im Raum geht? Sind es 21° im Büro oder 24°? Ab welchen Werten empfiehlt es sich zu Lüften usw?

Pendl: Das kann man ehrlicherweise nicht mit einer absoluten Zahl festlegen. Natürlich gibt es einen „Spielraum“ der eingehalten werden soll und der liegt so zwischen 19 und 25 °C, abhängig von den Tätigkeiten und der Empfindsamkeit der anwesenden Personen. Idealerweise gibt es daher eine Einzelraumregelung, damit man sich die Solltemperatur individuell pro Büro einstellen kann. Lüften sollte man, wie schon erwähnt,  ab einer CO2 Konzentration von über 1000ppm.

Wenn der CO2 Wert im Raum über ca. 1000ppm steigt, dann sollten die ersten Lüftungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Energietechnisch ist natürlich immer sinnvoller eine Stoßlüftung durchzuführen, als einen ganzen Tag das Fenster gekippt offen zu lassen.

Ghezzo: Bei Smart Building geht es immer um die Schnittstellen. Wie gehen Sie damit um? Wie schaffen Sie Kompatibilität?

Pendl: Wir können unsere Sensoren und Bediengeräte mit verschiedenen genormten Schnittstellen liefern. In der Gebäudeautomation sind das BACnet, Modbus, LON und KNX. LON ist inzwischen nicht mehr so gängig wie vor ca. 10 Jahren.  Wir sind aber einer der wenigen Anbieter, die Geräte mit LON-Schnittstelle jetzt und auch in Zukunft liefern können. Dies ist besonders wichtig für Gebäudebetreiber, die eine Gebäudeautomation mit LON haben und in Zukunft einen Bereich erweitern oder austauschen möchten. Weiters können wir Sensoren auch mit Funk liefern, die mit der Enocean-Technologie arbeiten. Die Grundidee dieser Technologie beruht darauf, dass der Sensor energieautark arbeitet. D.h. er erhält die Energie aus dem Licht, der Bewegung oder einer Temperaturdifferenz.

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Treffen Sie Josef Pendl persönlich auf dem GHEZZO IMMOBILIENTAG

 

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