Die internen Stärken der Immobilie in ganzheitliche Energiekonzepte umsetzen

by Anca Jurj

Lichtagent hat in den letzten Jahrzehnten mehr als 5000 Projekte dimensioniert und realisiert. Von der Innenbeleuchtung über die Außenbeleuchtung bis hin zur Lichtplanung und mehr. Gerade in Zeiten der Energiepreisexplosion und der Forderung nach Klimaschutz, spielt LED eine wichtige Rolle. Christian Riegler von Lichtagent setzt sich nicht nur beruflich mit dem Thema Energie und Nachhaltigkeit auseinander, das Thema liegt ihm auch richtig am Herzen. Fragen wir beim Experten nach, wie man Immobilien resilient macht. Sein Fachgebiet ist das Energiesparen, was könnte aktueller sein als dieses? Im Interview äußert sich Christian Riegler sehr pointiert zum aktuellen Geschehen.

Gudrun Ghezzo: Energiesparen und Energieeffizienz haben in den letzten Monaten extrem Fahrt aufgenommen. Der Druck ist also bei den Konsument*innen angekommen. Wie nehmt Ihr das als Lichtagenten wahr?

Christian Riegler: Egal wohin wir gehen – das Thema lässt niemanden kalt. Allerdings sollte man die Chancen – Krisen sind immer Chancen – nutzen, um ganzheitliche Lösungen zu realisieren. Nur PV, nur Solar, oder nur Speicher, verursachen nur Kosten und Aufwand, bringen aber keinen Nutzen.

Gudrun Ghezzo: Werden Energieknappheit und Preisexplosion diesen Trend noch weiter in die Höhe treiben?

Christian Riegler: Das ist zu hoffen, denn die bisherigen Verkaufsstrategien setzen auf unbegrenzte Energien. Aber das entspricht nicht mehr der Realität. Wir werden uns auf beide Phänomene einstellen müssen. Dem Kunden zu erklären, dass mehr als erwartet nötig ist, um sein Geschäft belastbar zu führen, ist eine Herausforderung.

Gudrun Ghezzo: Welche Lösungen in Richtung Energieeffizienz, Autarkie und Resilienz bietet Ihr an?

Christian Riegler: Unser Programm heißt RESILIENCE – die inneren Stärken Ihrer Immobilie / Gemeinde / Ihres Unternehmens finden. Ein kontrollierbarer Energieverbrauch mit umfassender Energieerzeugung vor Ort, kann den Verbrauch, dem Bedarf anpassen und auch viel Geld sparen. In unserem Fall muss nicht nur der Heizkessel – nein auch alle Klimageräte ausfallen. Die Kühlung wird komplett durch Strom vom Dach und Kälte von der Wärmepumpe/Kältemaschine völlig kostenlos bereitgestellt.

Gudrun Ghezzo:  Was ist dahingehend Dein Lieblingsprojekt?

Christian Riegler: Leider sind die noch nicht soweit – aber das AKH, wäre ein tolles Projekt. So viel Energie, Vorort bereitstellen zu können – ein Hammer! Dabei ist Sicherheit neu zu definieren.

Gudrun Ghezzo: Wie gehst Du ganz persönlich mit der Energiekrise um? Wo liegt aus Deiner Sicht in den unzähligen medialen Aufarbeitungen die Wahrheit?

Christian Riegler: Das Dilemma ist – soweit ich weiß- eine falsche Regel. Warum kann nicht ein Durchschnittspreis für die Preisfestsetzung verwendet werden, wie bei jedem anderen Händler?
Von solchen „falschen Regeln“ gibt es viele, durch die gesamte Gesellschaft. Gut gemeint, aber durch Lobbyismus, verpfuscht. Exemplarisch – das Datenschutzgesetz. Wie sonst könnte es sein, dass in einem Gesetz ein Passus für EPUs/KMUs drin ist, der in sich verkehrt ist. Damit wird der Wille/Zweck zu einer Belastung für kleine Unternehmen.

Abgesehen davon, werde ich nun eine provisorische PV Lösung mit 6 kWhp installieren um meine Familie nicht weiter der Ausbeutung preiszugeben, Wir haben da eine österreichische Lösung, die pro m² höchsten 2 Kilo wiegt und mobil ist.

Gudrun Ghezzo: Was sind Deine 3 konkreten Tipps für alle, die ihre Immobilie energieeffizient und resilient betreiben wollen?

Christian Riegler: Prüfen Sie zuerst die Dachflächen für die Installation von hybriden PV-Solarsystemen. Pro m² können 0,2 kWhp an Strom und 0,6 kWhp an Wärme/Kälte gewonnen werden.

Überprüfen Sie die Außen- und Innenbeleuchtung. Rüsten Sie Abblendlicht, Stromschienenbeleuchtung und Flutlicht mit Iot-fähiger Infrastruktur auf. Dies kann in erster Linie durch einen störungsarmen Austausch erfolgen – d. h. REUSE, UPGRATE. Gleichzeitig ergeben sich dadurch kontinuierliche Betriebsdaten und Steuerungsmöglichkeiten.

Speichersysteme der neuen Generation haben kein Lithium mehr – Lignin, ist Abfallstoff, und brennt nicht – also jederzeit optimal.

Wenn man bedenkt, dass wir den Rohstoffmangel als echtes Problem haben, sollte man immer EU-Produkte den diktatorisch fördernden Produkten vorziehen. Sie sehen, welche Macht wir den Größenwahnsinnigen über uns geben. Wie schön, wenn man eigene Stärken (Widerstandsfähigkeit von Gebäuden & Arbeitskräften) hat und nutzen kann!

Christian Riegler, Lichtagent GmbH

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