Das Ende fossiler Altlasten? Digitale Heizeffizienz könnte der Schlüssel sein

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Die Immobilienwelt steht vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte: Effizienz wird die harte Währung der Zukunft. Wie Wohnio den sozialen Wohnbau durch KI und IoT radikal dekarbonisiert, erklären Kevin Bauer und Maddalena Zocca im Interview. Treffen Sie die Visionäre live auf dem 7. Ghezzo Immobilientag, um die Brücke zwischen smarter Technologie und wirtschaftlicher Realität zu schlagen. Erfahren Sie am 19.05 am Flughafen Wien, wie Sie Ihre Bestandsimmobilien fit für die nächste Heizsaison machen.

Alexander Ghezzo: Seit 2025 seid ihr live. Was waren Deine Learnings aus dieser Zeit?


Kevin Bauer: Die Entwicklung einer KI- & IoT-Lösung erfordert einen extrem starken Fokus, da man hier viele Disziplinen vereint: von Elektronik und Energietechnik über Data Science bis hin zu Vertrieb und Operations. Um das Ganze effizient und mit hoher Geschwindigkeit voranzutreiben, ist Konzentration auf das Wesentliche entscheidend. Deshalb haben wir uns klar auf das Vertical Sozialer Wohnbau spezialisiert, mit einem eindeutigen Business Case: der Heizenergieeinsparung.

Alexander Ghezzo: Welchen Anteil hat KI schon jetzt und wohin geht die Reise bei Wohnio?


Maddalena Zocca: KI ist von Beginn an fester Bestandteil unserer Lösung – beispielsweise bei der Berechnung optimaler Steuerungseinstellungen, der Identifizierung von Störungen oder beim Forecasting von Einsparungen. Auch intern nutzt unser gesamtes Team bereits diverse KI-Tools, um die täglichen Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.

Alexander Ghezzo: 2025 war ein kalter Winter. Welche Bilanz zieht Ihr aus diesem Winter? Hast Du Tipps für Heizeffizienz, die jeder gleich umsetzen kann?

Kevin Bauer: Die Heizung digitalisieren, optimal einstellen und kontinuierlich digital überwachen – das ist technisch und wirtschaftlich der stärkste Hebel. Ein weiterer wichtiger Tipp ist die Prüfung aktueller Gas- und Fernwärmeverträge. Wer hier auf alten Verträgen sitzt, zahlt oft massiv drauf. Das ist vergleichbar mit einem Handyvertrag aus den 90ern, bei dem man heute noch einen Euro pro SMS oder Megabyte zahlen würde.

Alexander Ghezzo: Ihr lernt gerade irrsinnig viel über den Bestand. Welche Schlüsse kann man daraus für den Neubau ziehen?


Kevin Bauer: Im Neubau sollte eine sinnvolle Infrastruktur für Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR) von Anfang an mitgedacht werden. Gebäudebesitzer sollten beispielsweise eigene Wärmezähler für Heizung und Warmwasser einplanen, um vollen Zugriff auf die Verbrauchsdaten und die Steuerung zu haben. Im Bestand oder beim Energiecontracting liegen diese Komponenten oft im Bereich des Energieanbieters – und dieser hat teilweise wenig Interesse daran, Daten zu teilen oder eine effiziente Regelung vorzugeben.

Alexander Ghezzo: Was treibt die Immobilienbranche mehr an – Dekarbonisierung oder Kosten sparen? Hat das Konsequenzen auf Euch als Unternehmen?

Maddalena Zocca: Die Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Die „Grüne Transition“ wird nur dann schnell genug voranschreiten, wenn beide Aspekte Hand in Hand gehen. Für uns bedeutet das, dass wir Lösungen anbieten müssen, die sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch sofort rechnen.

Alexander Ghezzo: Öl und Gas sind aktuell Ursache vieler internationaler Konflikte. Was bedeutet das für die Wohnungswirtschaft?


Maddalena Zocca: Das führt unweigerlich zu steigenden Energiepreisen. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das: Erstens wird es immer wichtiger, Heizungen effizient einzustellen, um den absoluten Verbrauch zu senken. Zweitens muss das langfristige Ziel die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas sein.

Seien Sie dabei, wenn Wohnio auf dem 7. Ghezzo Immobilientag 2026 am 19.05 die Karten auf den Tisch legt. Melden Sie sich jetzt an und diskutieren Sie mit Kevin Bauer und Maddalena Zocca über die profitable Dekarbonisierung Ihres Portfolios!

 

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