Von der Heizungsanlage zum intelligenten Energiesystem
Die Energiewende findet nicht nur in Kraftwerken statt, sondern in Millionen Heizräumen. Während steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Vorgaben den Druck auf Immobilienbesitzer erhöhen, entstehen gleichzeitig neue Möglichkeiten für nachhaltige Wärmeversorgung. Windhager verfolgt dabei eine klare Vision: fossile Heizsysteme durch erneuerbare, intelligente und ressourcenschonende Lösungen zu ersetzen. Beim Ghezzo Immobilientag spricht das Unternehmen über die Zukunft des Heizens, Sanierung als Chance und die Rolle von künstlicher Intelligenz im Gebäudebetrieb.
Alexander Ghezzo: Auf der Website von Windhager sieht man die Frage: Are you ready to Rock the future? Da passen wir ja gut mit unserem Motto #wissenrockt. Aber was heißt das konkret?
Matthias Ecker: „Rock the Future“ heißt für uns ganz klar: Die Zukunft nicht nur verwalten, sondern aktiv mitgestalten! Wir stehen für reinstes Heizen. Aber was das heißt? Wärmeerzeugung, die heute schon so sauber, effizient und komfortabel ist, dass sie fossile Energie schlicht überflüssig machen. Das bedeutet konkret: Wir setzen auf 100 % erneuerbare Energie, etwa mit Holz, Pellets oder Wärmepumpen. Wir entwickeln Technologien weiter, von vollautomatischen Heizsystemen bis hin zu intelligent vernetzten Lösungen, die mitdenken und mitlernen. Und wir handeln mit einem klaren Anspruch: Verantwortung für kommende Generationen und unseren Planeten – FOR YOU AND PLANET BLUE.
Alexander Ghezzo: Heizen ist mittlerweile ein Politikum. Was können Sie dazu beitragen, dass Österreich unabhängiger von Fossilen Brennstoffen wird?
Matthias Ecker: Ganz klar: Raus aus Öl (und Gas?) und rein in regionale Energie! Unsere Antwort darauf ist dabei nicht nur ideologisch richtig, sondern auch wirtschaftlich überzeugend. Mit Biomasse statt Importenergie setzen wir auf einen heimischen Kreislauf: Pellets bestehen aus regionalen Resthölzern und Holzabfällen, sind CO₂-arm und dauerhaft verfügbar. Gleichzeitig holen moderne Anlagen durch ihre hohe Effizienz mehr Energie aus weniger Ressourcen. Und das sauber, zuverlässig und auf dem neuesten Stand der Technik. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Versorgungssicherheit. Wer auf erneuerbare Systeme umsteigt, macht sich unabhängiger von globalen Märkten, geopolitischen Spannungen und unberechenbaren Preissprüngen.
Alexander Ghezzo: Was gibt es Neues in Sachen Förderungen?
Matthias Ecker: Auch wenn sich die Rahmenbedingungen immer wieder ändern: Es gibt nach wie vor attraktive Förderungen, die den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem erleichtern. Aktuell treibt die Sanierungsoffensive 2026 des Bundes den Heizungswechsel mit konkreten Zuschüssen – etwa für Biomasseheizungen, Wärmepumpen oder ergänzende Solarlösungen voran:
- Bis zu 8.500 € für Biomasseheizungen
- Bis zu 7.500 € für Wärmepumpen
- Für thermische Solaranlagen gibt es zusätzlich 2.500 €
Zudem ermöglichen Programme wie „Sauber Heizen für Alle“ einkommensschwachen Haushalten in Österreich den kostenlosen Austausch alter fossiler Heizungen gegen klimafreundliche Alternativen, mit Kostenübernahme bis zu 100 % und Förderung durch Bund & Länder. Unsere klare Empfehlung deshalb: Jetzt handeln! Die Fördermittel sind begrenzt – und jede alte Anlage, die ersetzt wird, ist ein Schritt Richtung lebenswerter Zukunft.
Alexander Ghezzo: Bestandssanierung rückt in den Vordergrund. Was sind dabei die Herausforderungen und wie meistert man diese?
Matthias Ecker: Die größte Herausforderung in der Bestandssanierung ist, dass kein Gebäude dem anderen gleicht. Jedes Projekt bringt seine eigenen Voraussetzungen mit sich – von unterschiedlichen Dämmstandards über bestehende, oft veraltete Heizsysteme bis hin zu begrenzten Platzverhältnissen. Dazu kommen individuelle Nutzungsprofile, die maßgeblich beeinflussen, wie ein Heizsystem ausgelegt sein muss. Hier setzen wir an. Es braucht flexible Systeme, die sich an die Gegebenheiten anpassen und nicht umgekehrt. Ein wichtiger Faktor ist die Möglichkeit zur schrittweisen Nachrüstung sowie ein modularer Aufbau, der auch zukünftige Anforderungen von Beginn mitdenkt. Denn vieles ist im Wandel: gesetzliche Rahmenbedingungen, Energiepreise oder die Integration erneuerbarer Energien können sich weiterentwickeln, genauso wie Anforderungen durch Digitalisierung oder Klimaveränderungen. Für uns ist Sanierung deshalb eine echte Chance Bestehendes neu zu denken und fit für die Zukunft zu machen. Wer richtig saniert, verwandelt einen Altbestand in ein modernes, nachhaltiges Energiesystem, das auch langfristig Sicherheit gibt.
Alexander Ghezzo: Was verändert die KI in Ihrem Segment?
Matthias Ecker: Künstliche Intelligenz wird auch das Heizen verändern: leiser im Betrieb, effizienter im Verbrauch und vor allem vorausschauend im Denken. Systeme lernen heute schon, wie ein Gebäude funktioniert und wie Menschen darin leben. Sie passen sich daran an und optimieren sich kontinuierlich selbst:
- Selbstlernende Regelungen, die sich an Nutzer und Gebäude anpassen
- Wetterbasierte Steuerungen für maximalen Wirkungsgrad
- Predictive Maintenance: Fehler erkennen, bevor sie entstehen
Die Entwicklung geht klar in eine Richtung: Heizsysteme werden immer stärker vernetzt, datengetrieben und intelligent gesteuert. Die Heizung der Zukunft läuft nicht nur mit – sie denkt mit. Und das spart nachhaltig Energie.
Alexander Ghezzo: Das Thema Wasser rückt immer mehr in den Fokus. Trockenheit ist auch in Österreich angekommen. Kann das Heizsystem auch zum Wassersparen beitragen?
Matthias Ecker: Beim Thema Wasser denkt man vielleicht nicht sofort an die Heizung, dennoch kann ein modernes System hier unterstützen. Vor allem über den Hebel der Energieeffizienz. Denn die Art, wie Warmwasser erzeugt und gespeichert wird, macht einen Unterschied. Effiziente Speicherlösungen und intelligente Steuerungen sorgen dafür, dass Energie bedarfsgerecht eingesetzt wird. Gleichzeitig hilft ein gutes Temperaturmanagement, unnötiges Nachheizen zu vermeiden und Verluste zu reduzieren. Wer präzise regelt, verhindert unnötiges Nachheizen und spart damit Energie und wertvolle Ressourcen. Es geht hier zwar weniger um direktes Wassersparen, dafür aber darum, das gesamte System effizienter und ressourcenschonender zu betreiben. Wie viel Wasser tatsächlich verbraucht wird, hängt am Ende immer auch vom Nutzungsverhalten ab.
Alexander Ghezzo: Der Klimawandel verändert die Anforderungen an Heizungen. Langsam reagierende Systeme sind energieschonend, aber können sie noch mit den Wetterkapriolen mithalten?
Matthias Ecker: Moderne Heizsysteme verbinden beides. Sie nutzen die Vorteile von Speicherlösungen, die für Stabilität und Effizienz sorgen, und kombinieren diese mit intelligenter Regelung, die jederzeit schnell reagieren kann. So entsteht ein System, das nicht mehr nur einfach Wärme liefert, sondern aktiv mitdenkt. Anlagen können heute dynamisch auf äußere Einflüsse reagieren – etwa auf aktuelle Wetterprognosen, auf das Nutzerverhalten oder auf die Verfügbarkeit von Energie im System. Die bereits angesprochene KI hilft dabei im Hintergrund, diese Faktoren in Echtzeit zu verknüpfen und die richtige Entscheidung zu treffen, noch bevor der Nutzer überhaupt eingreifen muss. Das Ergebnis: stabiler Komfort sowie minimale Energieverluste, und das auch bei stärkeren Temperatur- und Wetterschwankungen.
Alexander Ghezzo: Welche Innovationen hat Windhager noch am Start?
Matthias Ecker: Innovation hat bei uns Tradition, und vor allem eine klare Richtung! Wir arbeiten konsequent daran, Heiztechnologie weiterzuentwickleln – mit dem Ziel von Zero-Emission-Systemen, die saubere, innovative und nachhaltige Wärme ohne Kompromisse möglich machen. Mit unseren neuen windhagerNXT Geräten setzen wir den Fokus auf die nächste Generation der Wärmepumpentechnologie. Diese Technik ist darauf ausgelegt, besonders effizient zu arbeiten, sehr leise zu sein und die Umweltenergie aus Luft und Erde optimal zu nutzen. Für uns ist klar: Die Zukunft des Heizens wird erneuerbar, effizient und intelligent. Weiterdenken heißt für uns, nicht beim technisch Machbaren stehen zu bleiben, sondern Lösungen so weiterzuentwickeln, dass sie im Alltag wirklich Sinn machen. Denn am Ende geht es darum, ein Zuhause zu schaffen, das gut funktioniert – mit einer Heizlösung, die Ressourcen verantwortungsvoll nutzt und auch langfristig Bestand hat.
Hier mit windhager in Kontakt treten: https://www.windhager.com/de-at/
