Ohne Daten keine Kreislaufwirtschaft: Warum Digitalisierung der Schlüssel zur Ressourcenschonung ist

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Circular Economy ohne digitale Transparenz? Undenkbar. Damit Unternehmen zirkuläre Prozesse realisieren können, braucht es valide Daten, klare Schnittstellen und smarte Technologien. NOVOTEK, Digitalisierungspartner vieler Industrieunternehmen, zeigt im Gespräch mit Alexander Ghezzo, wie Unternehmen mit überschaubarem Invest nachhaltig wirtschaften, Ressourcen sparen und neue Geschäftsmodelle erschließen können. Und warum der erste Schritt oft kleiner – aber entscheidender – ist, als viele denken.

Alexander Ghezzo: Welche Technologien (IoT, KI, Datenplattformen) sehen Sie als Gamechanger für Ressourceneffizienz?

Armin Taschek: Als Gamechanger sehen wir keine einzelne Technologie, sondern eine gesamtheitliche und nachhaltige Digitalisierung. Ohne fundierte Datenbasis sind die besten KI-Algorithmen nutzlos – von daher ist es enorm wichtig, die richtigen Daten in der benötigten Granularität an einer standardisierten Schnittstelle zur Verfügung zu haben, um das Potenzial von KI sinnvoll zu nutzen und datengestützte Entscheidungen zu treffen. Bei aussagekräftiger Datenbasis ist sicherlich KI als Zukunftstechnologie für Ressourceneffizienz zu sehen, da die Potenziale für Optimierungen und Verbesserungen nahezu unbegrenzt sind.

Alexander Ghezzo: Viele Betriebe stehen vor der Frage: Wie kann ich bestehende Anlagen kreislauffähig machen? Was raten Sie?

Armin Taschek: Oftmals ist es sehr einfach bestehende, teilweise auch alte Maschinen, zu digitalisieren. Zum Beispiel können durch den Einsatz kompakter Edge-Gateways Daten von beliebigen Maschinen zentral gesammelt, aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt werden. Wir sprechen da nicht von Investition im fünf- oder sechsstelligen Bereich, sondern sinnvollen, Step-by-Step Digitalisierungsmethoden. Somit erhalten Betreiber gesamtheitlichen Einblick in ihren Maschinen- und Anlagenpark, wodurch Ressourcen optimal genutzt und nachhaltig eingesetzt werden können.

Alexander Ghezzo: Wo sehen Sie aktuell den größten „Return on Investment“ bei Digitalisierung für Nachhaltigkeit?

Armin Taschek: Den größten ROI sehen wir derzeit ganz klar bei zwei Themen: Erstens die durchgängige und gesamtheitliche Datensammlung um einen Einblick in Performance & Zustand von Maschinen und Anlagen zu erhalten. Die Erkenntnisse, die daraus bereits gewonnen werden, sind oftmals sehr überraschend und tragen nicht selten zu einer Performancesteigerung bei gleichzeitiger Reduktion von Ausschuss und Energieverbrauch bei. Da das Investitionsvolumen dabei oftmals vergleichsweise überschaubar ist, sprechen wir hier von kurzen ROIs bis zu wenigen Monaten. Zweitens ist hier der sinnvolle Einsatz von Digitalisierung und KI-Methodiken zu nennen – wofür wiederum die durchgängige Datensammlung aus Punkt 1 benötigt wird. Wo der größte „Return on Investment“ liegt, hängt also ganz davon ab, an welchen Digitalisierungspunkt unsere Kunden stehen.

Alexander Ghezzo: Blick nach vorne: Welche digitalen Trends werden in den nächsten fünf Jahren entscheidend für Industrie und Circular Economy sein?

Armin Taschek: Ganz entscheidende Trends sind hier zum Einen die Standardisierung von Daten und deren Schnittstellen, um noch einfacher unterschiedliche Systeme miteinander vernetzen zu können (Stichwort Unified Namespace), und zum Anderen die Möglichkeiten, die KI und Machine Learning mit sich bringen – wenn wir hier z.B. an die Use Cases Prozess- und Energieoptimierung, Vorhersagen, Soft-Sensorik, … denken eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten die Ressourcenverschwendung und damit die Kosten zu reduzieren.

Alexander Ghezzo: Welche Rolle spielt Cybersecurity, wenn Lieferketten digitaler und transparenter werden?

Armin Taschek: Cyber Security spielt eine immens wichtige und immer wichtiger werdende Rolle, wenn die Digitalisierung zunimmt. Nicht umsonst wurden neue Richtlinien ins Leben gerufen, um die Cyber Security, ganz speziell in Anlagen und Produktionsumgebungen, zu steigern und dadurch die Produktion und auch Verfügbarkeit der Lieferketten sicherzustellen. Nicht-digitalisieren ist allerdings der falsche Ansatz. Stattdessen ist es wichtig „sicher“ zu digitalisieren um von den Vorteilen zu profitieren, ohne Risiken einzugehen.

Alexander Ghezzo: Wie kann die Industrie mit knappen Investitionsbudgets trotzdem von Digitalisierung für Kreislaufwirtschaft profitieren?

Armin Taschek: Durch effizient abgesteckte und Use-Case-orientierte Digitalisierungsprojekte. Immer wieder scheitern Projekte, weil die Use Cases nicht klar überlegt oder im Vorfeld abgesteckt wurden. Ein einfaches „alle Daten irgendwo sammeln“ ist zwar machbar, aber oft deutlich umfangreicher und damit teurer als notwendig. Von daher sind wir von Novotek Freunde der „Step-by-Step“-Herangehensweise mit kleineren, abgesteckten Schritten und damit auch sinnvoll genutztem Investitionsbudget und messbarem ROI.

NOVOTEK war auf der Close the Circle V am 09.10.2025 im Palais Eschenbach in Wien! Seien Sie nächstes Jahr dabei!

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