14. GBB Award: Laden mit Verstand: kW-Solutions beschleunigt die Mobilitätswende in Mehrparteienanlagen
Elektromobilität boomt – doch in Mehrparteienhäusern stoßen Bewohner*innen, Hausverwaltungen und Bauträger*innen schnell an ihre Grenzen. kW-Solutions hat eine Lösung entwickelt, die Lastenmanagement, Nutzerverhalten und dynamische Strompreise in einem System zusammenführt: Charly®.
Im Interview spricht Roman Schachenhofer über die pragmatischen Wurzeln des Start-ups, die Herausforderungen durch wirtschaftliche Zurückhaltung im Immobilienbereich und warum smarte Ladeinfrastruktur der Schlüssel ist, um ökologische Ziele ökonomisch umzusetzen.
Alexander Ghezzo: Was war die Geburtsstunde Ihrer Idee?
Roman Schachenhofer: Gegründet wurde das Unternehmen von Korbinian Kasinger und Benjamin Walch. Die beiden kannten sich vom Studium, waren danach einige Jahre in Innovationsmanagement und Strategieberatung tätig, verspürten aber den Drang, selbst Verantwortung zu übernehmen und zu gründen. Ziel war es, im Bereich Green Tech und Energiewende tätig zu sein. Die exakte Entscheidung, intelligente Ladeinfrastruktur zu schaffen, viel aus pragmatischen Motiven: Es gab noch große Lücken und Bedarf nach besseren und spezifischeren Lösungen. Und darüber hinaus war es zunächst das große Ziel, das Unternehmen im Stile von Bootstrapping aufzubauen.
Alexander Ghezzo: Wie hilft Ihre Lösung dabei, die Bau- und Immobilienwirtschaft umzukrempeln?
Roman Schachenhofer: Unsere Lösung ermöglicht die Energie- und Mobilitätswende für Bewohner*innen von Mehrparteienanlagen. Sie reagiert auf die Volatilität von nachhaltigen Energiequellen, bindet sie damit besser in bestehende Netzstrukturen ein und sorgt für mehr Geld in der Tasche ihrer Nutzer*innen. Der intelligente Energiemanager Charly® verbindet Lastenmanagement, individuelles Nutzer*innenverhalten und dynamische Strompreise. Das garantiert vollautomatisches und zu 100% optimiertes Laden von E-Autos in Mehrparteienanlagen. Der Effekt: Bauträger*innen erhalten ein 360°-Gesamtpaket für Ladeinfrastruktur, von Planung über Umsetzung bis Verrechnung und THG-Quoten-Abwicklung. Und Mieter*innen laden in ihre E-Autos jede Kilowattstunde zum günstigsten Preis.
Alexander Ghezzo: Was hebt Sie von Ihren Mitbewerber*innen ab?
Roman Schachenhofer: Wir haben bemerkt, dass es in der Branche großteils One-fits-all Lösungen mit zugekaufter Software gibt, die jedem System übergestülpt werden, obwohl Anwendungsfälle so sehr variieren. Damit sind die meisten anderen Systeme starr in ihrem Energiebezug und können gar nicht die starken Schwankungen in der Produktion von nachhaltiger Energie abdecken. Aus diesem Grund haben wir Charly® from scratch selbst programmiert und aufgezogen. Mit unserer Einbindung von dynamischen Stromtarifen durch die direkte Anbindung an die European Power Exchange (EPEX), waren wir die ersten am Markt, die diese Lösung speziell für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienanlagen zur Verfügung gestellt haben.
Alexander Ghezzo: Vor welchen Hürden stehen Sie aktuell?
Roman Schachenhofer: Die wohl größte Hürde ist die aktuelle Wirtschaftslage. Die hat zum Effekt, dass vor allem bei Bestandsgebäuden kaum Investitionen getätigt werden. Die Elektromobilität steht dann eher hinten an und es bedarf einiger Informations- und Aufklärungsarbeit, um auch in dieser Wirtschaftslage die Wichtigkeit der Mobilitätswende darzulegen.
Alexander Ghezzo: Was treibt Sie persönlich an, sich dem Thema zu widmen?
Roman Schachenhofer: Unser großes Ziel ist es, die Mobilitäts- und Energiewende mit einem pragmatischen Zugang zu schaffen. Nämlich: Ökologische Ziele anhand von ökonomischen Parametern zu erreichen.
Alexander Ghezzo: Was wünschen sie sich von Politik und Gesellschaft im Punkto Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft?
Roman Schachenhofer: Von der Politik wünschen wir uns Planungssicherheit und weitere Fortschritte in Richtung Dynamisierung des ganzen Apparates rund um unser Stromnetz. Mit dem ElWG und der ersten Dynamisierung von Netzgebühren ab 2026 sind hier schon einige positive Schritte erfolgt. Der nächste große Schritt kann der Ausbau dieser dynamischen Netzgebühren und die rechtliche Ermöglichung von V2G (bidirektionales Laden) sein.
kW Solutions haben ihre Lösung für den GBB Award eingereicht. Teilen auch Sie uns Ihre Lösung mit: Hier bis zum 19.10.2026 zum 15. GBB Award einreichen.