Nachbericht zum 7. Ghezzo Immobilientag: Die Branche im Aufbruch!

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Am 19.05.2026 war es wieder so weit – DER Frühjahrstreffpunkt der Bau- und Immobilienbranche, der Ghezzo Immobilientag, ist zum 7. Mal am Flughafen Wien über die Bühne gegangen. Gleich vorweg das Fazit: Ende der Krise in Sicht? NEIN. Lösungswege in Sicht? VIELE. Aber auch entsprechend herausfordernde Stolpersteine, die nur in starken Allianzen geeint, mit den richtigen Innovationen angereichert und vor allem in einem stabilen, rechtssicheren Rahmen zu bewältigen sind. Die Stimmung? AUFBRUCH und MUT!

45 Speaker aus allen Bereichen der Branche haben ihre Expertise, Prognosen, Emotionen und Wünsche auf der Bühne geteilt – insgesamt durften wir über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei uns begrüßen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Themenblöcke, Erkenntnisse und Zitate.

P.S: Die Vorträge zum Nachlesen finden Sie am Ende der Seite.  

MARKTENTWICKLUNG, ZINSEN, RENDITEN, FINANZIERUNG

Was sind für Sie gerade besonders spannende Standorte? Das haben wir die Community gefragt – hier sehen Sie die Antwort: Abgesehen vom Fokus auf Österreich wird die Ukraine zunehmend spannender, nicht nur der Wiederaufbau, sondern auch die Professionalisierung der Infrastruktur wird ein großes Aufgabengebiet werden – hoffentlich schon sehr bald.

Doch auch der ganze CEE Raum und weitere außereuropäische Regionen rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Und welche Assetklassen haben die Nase vorn? Wohnen ist nach wie vor heiß umkämpft und unter massivem Kostendruck. Immer kritischer wird die Betrachtung von Wohnraum als finanzielles Asset – und auch der Wunsch der jüngeren Generation, eine eigene Immobilie zu besitzen, rückt für andere Werte in den Hintergrund, sei es Reisen oder andere Selbstverwirklichung. Ob das wirklich eine Werteverschiebung ist, oder ob schlichtweg die Aussichtslosigkeit auf eine eigene Immobilie dafür verantwortlich ist?

Datencenter kommen immer stärker ins Gespräch. Immer damit verbunden ist die Energiefrage, denn als Energieerzeuger brauchen sie ein starkes Abnehmernetz, um den enormen Energiebedarf auch effizient zu nützen.

Und wie steht’s um die Büroimmobilie? Hier zählt nach wie vor Lage, Lage, Lage – aber auch die Ausstattung. Die Angst vor sanierungsbedürftigen oder gar stranded Assets ist groß, und die Unternehmen wollen ihren Mitarbeiter*innen ein Arbeitserlebnis bieten.

Gretchenfrage der Finanzierung: Investoren haben bei der Zinslage andere Möglichkeiten am Kapitalmarkt, die Banken sind im Druck der Regulatorik nicht gerade freizügig mit Krediten. Welche Rolle spielen hier alternative Finanzierungsmöglichkeiten?

„So günstig wie jetzt kauft Ihr in Dubai nie wieder Wohnimmobilien. Klar ist das risikobehaftet, aber das ist jede wirtschaftliche Entscheidung.“

Prof. Thomas Beyerle, Hochschule Biberach

„Der Transaktionsmarkt der gebrauchten Wohnimmobilie boomt. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Wunsch nach Eigentum schon da ist, aber nicht um jeden Preis.“

Martina Hirsch, S-REAL

„Digitale Resilienz braucht Rechenleistung im Land, am Kontinent. Europa muss hier aufwachen und das Thema intelligent anpacken.“

Franz Hillebrand, Anders & Ganz

„Es sind die gut renovierten Innenstadtlagen, die am Büromarkt gut funktionieren. Eine günstige, nicht sanierte Büroimmobilie in einer B-Lage kannst Du heute nicht mehr vermitteln.“

Stefan Wernhart, EHL Gewerbeimmobilien

„Diese Themen sind durch andere Marktteilnehmer verbrannt worden. Risikokapitalgeber sind verprellt worden, da brauchen wir jetzt ein paar Jahre Erholung.“

Franz Kollitsch, Invester

LEISTBARES WOHNEN

Gerade dieses Thema wird uns noch sehr lange begleiten. Zwar sind wir in Wien und in Österreich in einer sehr guten Ausgangslage, doch diese ist seit langem sehr angespannt. Drohenden Beispielen wie München oder Berlin will man nicht folgen. Dass dramatisch wenig Wohnraum in den letzten Jahren fertig gestellt worden ist, spitzt die Lage noch zu.

„Wir werden erst Mitte der 30er Jahre Entspannung sehen, wenn die Boomer Generation langsam die Wohnungen freimacht“, äußert sich Christian Crain, der Faktenchecker. Müssen wir also wirklich auf eine biologische Lösung der Wohnungskrise warten? NEIN, sagen weitere Expert*innen, denn es gibt immer noch Handlungsmöglichkeiten: Förderungen sind auf einem historisch niedrigen Stand im Vergleich zum BIP.

Dabei gäbe es viele Ansatzpunkte für leistbaren Wohnraum: Die Grundstückspreise sind überteuert, die Wohnkosten in Relation zur Miete überproportional gestiegen. Der Staat könnte regulierte Wohnungen gezielt an Menschen mit weniger Einkommen zu vergeben. Auch in der Planung und Genehmigung gäbe es weitere kreative Wege gehen, um mehr Wohnraum im Bestand zu schaffen.

Der Leistbarkeit steht immer auch der Anspruch gegenüber. Wir dürfen nicht vergessen, was wir in den letzten Jahrzehnten alles erreicht haben. So hat sich Wien von einer grauen in eine grüne Stadt entwickelt, ähnliches gilt auch für Linz.

„In der Nachkriegszeit hatten wir eine ähnlich große Krisenstimmung, auch wenn die Wohnungskrise damals andere Charakteristika hatte.“

Christian Crain, Pricehubble

„Der Staat glaubt durch Regulierung den Wohnungsmarkt gestalten zu können, aber er verwaltet ihn. Weitere Regulierungen würgen den Markt ab. Die Förderquote ist mit 0,4% des BIP historisch niedrig.“

Isabella Stickler, Alpenland

„Um Wohnen leistbar zu machen, können wir auch gezielte Angebote machen – zum Beispiel in der Betreuung, einer guten Infrastruktur, etc.“

Kerstin Robausch-Löffelmann, BWSG

„Wenn wir als Branche – Developer, Bauträger, Bestandshalter gemeinsam Lösungen finden, dann brauchen wir auch Politiker*innen, die bereit sind, unseren Lösungsvorschlägen zuzuhören.“

Andreas Köttl, nxt development

„Wien ist und bleibt eine besonders lebenswerte Stadt, und das ist auch ein Ergebnis der Kooperation zwischen Stadt und den Bauträgern.“

Silvia Wustinger-Renezeder, CITA Immobilien

NORMEN UND RECHTLICHER RAHMEN

Vielfach wurde die labile Rechtslage als Kostentreiber und als Bedrohung für die stabile Strategie- und damit Immobilienentwicklung angesprochen. Der vielzitierte „Omnibus“ kam natürlich zur Sprache, und dass ein Hin und Her in der Klimagesetzgebung irritiert, ist verständlich. Doch die EU Klimaziele, die EU Taxonomieverordnung sind ja deswegen nicht abgekündigt. Diese Klarheit braucht es immer wieder! Da sprechen auch die neue OIB Richtlinie 6 und der Entwurf zum W-EGUG 2026 eine klare Sprache mit klaren Terminen.

Auch in der Frage der Genehmigungsverfahren sind sich alle einig: sie gehen zu langsam, teils aus unklarer Zielepriorisierung, aus Überlastung, aus einer Überzahl an Vorschriften oder schlicht aus unkoordinierten Vorgehensweisen heraus.

Weiters zu erwähnen wäre dann der sogenannte GIGABIT ACT, der bereits geltendes europäisches Recht ist, und dennoch erst in 2 von 9 Bundesländern in der Bauordnung integriert ist.

Wie viel Reglementierung ist aber überhaupt gesund für den Markt in Summe? Das möchten wir gern auf unserer nächsten Konferenz gemeinsam mit Politiker*innen und Branchenvertreter*innen diskutieren. Und dann steht auch noch die deutliche Forderung im Raum, die Wohnbauförderungsbeiträge ENDLICH zweckzuwidmen, damit leistbares Wohnen für alle realistischer wird und der Staat eine gestaltende statt verwaltende Rolle einnimmt.

„50.000 Vorschriften gibt es für Gewerbeimmobilien zu beachten. Dass Behörden nicht so schnell entscheiden, liegt an dieser Unübersichtlichkeit.“

Karl-Heinz Daurer, Real-Treuhand

„Ich verstehe nicht, warum Baubewilligungen länger als 5 Sekunden dauern, denn so lange braucht eine KI, um die Unterlagen zu prüfen“

Peter Ulm, allora Immobilien, zitiert Jeff Bezos

„Beim Ziel – Zugang zu digitaler Infrastruktur für alle – ist die Netzebene 4, also das gebäudeinterne Netz derzeit die limitierende Komponente.“

Thomas Neugebauer, A1

„Wenn die Politik weiterhin in bestehende Verträge eingreift, werden wir keine Investoren mehr für den Wohnbau finden, und die Knappheit wird noch größer.“

Michael Neubauer, NID

„Wir sollten uns wirklich dringend überlegen, ob jedes Bundesland seine eigenen Bauvorschriften benötigt.“

Claudia Brey, ÖBB Immobilien

PROFESSIONALITÄT WIRD DER SCHLÜSSEL SEIN

Vielfach wurde klar, dass fehlende Kompetenzen ein Garant zum Scheitern sein werden. Klingt logisch und wenig überraschend. Hört man genauer zu, so ist das Kompetenzspektrum schon ganz schön anspruchsvoll: Von den spezifischen Kennzahlen der Immobilienbewertung, deren Trends, Anforderungen der Banken (und des dahinterliegenden Reglements) über dynamische Cash-Flow-Analysen hin zu Prognosemodellen der Wertentwicklung strecken sich die Anforderungen für die Business Case Analyse. Tausende Seiten von Leitfäden und Bestimmungen liegen dahinter. Auch auf der technischen Seite müssen die Kompetenzen steigen, nicht zuletzt durch die Innovationen, die Möglichkeiten und die immer höhere technische Komplexität. Wer Gewerke wieder einzeln vergeben möchte und den Dialog auf Augenhöhe mit allen Professionisten führen möchte, muss auch das nötige Wissen mitbringen – und wann werden wir dies auch auf Universitäten und Fachhochschulen in den Lehrplänen finden?

Mit der OIB Richtlinie 6 gelten auch neue Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden sowie Sanierungspflichten. Professionelle Entscheidungen kann man dann treffen, wenn die Bestandsdaten auch sauber erfasst, digitalisiert und digital auswertbar sind.

„Gerade im Portfoliomanagement sind digital auswertbare Energieausweise eine wesentliche Quelle für Sanierungsentscheidungen, Rechtskonformität und Stakeholder-Kommunikation.“

Benjamin Hörtenhuber, IfEA

DIGITALISIERUNG UND TECHNISCHE INNOVATIONEN

Digitalisierung und der Einsatz unterschiedlicher KI Systeme kann viele Potenziale heben, entscheidend ist die richtige Anwendung. Gerade im Heizungs- und Energiebedarf kann die gesteigerte Transparenz und dadurch die smarte Steuerung bis zu 60% des Energiebedarfs einsparen. Wenn man dabei bedenkt, dass die Energiekosten sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben, ein absolutes MUST HAVE.

Aber auch dann, wenn erneuerbare Energieformen zum Einsatz kommen, ist Optimierung von Beginn an mitzudenken. Gerade bei niedrigen Vorlauftemperaturen spielt der Leitungsverlust eine große Rolle.

Auch das Thema Leistbarkeit wird durch die gezielte Sanierung des Bestands Aufschwung erleben. Die Sanierungsquote ist nach wie vor beschämend gering, doch die Kosten des Neubaus für viele unbezahlbar.

Sanieren kann viele Gesichter haben, und das prominenteste Gesicht einer Immobilie ist und bleibt ihre Fassade: Die Mischung aus Schmutz und einer biologischen Patina durch zu viel Kondenswasser auf der Fassade wird schnell zum Hingucker im negativen Sinn.

Sanieren macht die Immobilie zukunftsfit und sicher: Die Glasfaser als Datenleiter im weitesten Sinne kommt nicht nur dem Gigabit Act zugute, sondern kann vielfältig genützt werden: Über die Glasfaser können neben Daten der Internet- und Telekommunikationsprovider auch Informationen über Druck, Temperatur und Schall weitergegeben werden.

„80% der zentralen Heizungsanlagen sind nicht optimiert! Durch Digitalisierung kann ein hohes Einsparungspotenzial realisiert werden.“

Maddalena Zocca, wohnio

„Durch den Einsatz von Wohnungsstationen können Niedertemperatur-Lösungen optimal zur Herstellung von Warmwasser eingesetzt werden. Das hilft, Energie zu sparen bei gleichzeitig hohem Komfort für die Nutzer*innen.“

Danny Ruhnke, GF Building Flow Solutions

„Wir müssen in der gebauten Stadt Wohnungen schaffen. Allein die Infrastrukturkosten für neue Grundstücke liegen bei 500-1000 EUR pro m².“

Michael Pisecky, WKW

„Es ist doch auch normal, sein schmutziges Auto zu waschen, anstatt es neu zu lackieren. Das kann man auch bei der Fassade machen – und hat dabei viel geringere Kosten als bei einem Neuanstrich.“

Alfred Kantor, Algenmax

„Es wird möglich sein, in einer Wohneinheit Unregelmäßigkeiten wie Bewegungen, Temperaturschwankungen, etc. zu erfassen. Gerade dort, wo ältere Menschen allein wohnen, kann das lebensrettend sein.“

Hartwig Tauber, öGIG

NACHHALTIGKEIT UND RESSOURCENSCHONUNG

Sehr heterogen diskutierte wir diesmal das Thema Gebäudezertifizierung. Hohe Prüfkosten, keine Verpflichtungen und kein direkter ROI stehen Standpunkten des Wettbewerbsvorteils, Nutzernachfragen und Eigenverantwortung gegenüber. Schön zu hören, dass auch das Bundesheer – ohne an private Investoren oder den freien Markt gebunden zu sein, seine Gebäude im GOLD Standard errichtet.

Und wir hören von einer großen Baumarktkette, die gar die erste internationale DGNB Mehrfachzertifizierung in Europa erreicht haben. Und das als klaren wirtschaftlichen Vorteil: Standardisierung schafft einheitliche Optimierungsmöglichkeiten im Betrieb, und Finanzierungsvorteile steigern direkt die Renditen. Und genau darum dreht sich die gesamte Nachhaltigkeitsdiskussion: Der finanzielle Mehrwert muss klar darstellbar sein.

Dennoch ist das Thema Nachhaltigkeit zumindest bei einer bestimmten Käufer- resp. Nutzer*innenschicht als MUST HAVE angekommen. Und das wird sich in Zukunft noch verstärken.

Die wirtschaftliche Seite der Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Interessen, oder besser gesagt wir reden jetzt offener und ehrlicher darüber. Unternehmen werden nur das umsetzen, was gesetzlich verpflichtend ist, so lange es keinen (kurz bis mittelfristigen) finanziellen Mehrwert hat. Nachhaltigkeit allein als strategischen Vorteil zu sehen, ist zur Randerscheinung geworden.

„Wir haben 70 Mio EUR Energiekosten pro Jahr. Allein darin liegt eine große Verpflichtung zur energetischen Optimierung.“

Johannes Sailer, Österr. Bundesheer

„Das Entscheidende für die Nutzer*innen ist nicht das Zertifikat, sondern ob die Betriebskosten sinken / leistbar sind.“

Thomas Raith, MEMA Immobilien

„ESG ist gekommen um zu bleiben. Nun muss die Regulatorik weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft gehen.“

Gabriela Straka, RespACT

PROZESSE OPTIMIEREN

Auf jeder Ebene und in allen Phasen des Lebenszyklus der Immobilie finden sich Effizienzsteigerungspotenziale in den klassischen Prozessen, so wie wir sie heute (noch) kennen.

KI und Robotik sind hier sicherlich Gamechanger, aber bei weitem keine Allheilmittel. Doch in vielen Unternehmen spielt die KI schon eine entscheidende Rolle, wenn es um die Leistungsfähigkeit der internen Prozesse geht: bei 3SI setzt man auf eine Lösung, die alle Daten aus sauber optimierten End-to-End Prozessen zusammenträgt, und so Entscheidungen nicht nur schneller, sondern auch transparenter und risikoärmer macht. Und Iris Einwaller von EP Media zeigte uns, wie sie ihre Agentur durch kluges Prompting und vibe Coding schneller, kostensparend und rechtssicher führt.

Auch in Hausverwaltungen steckt ungeheures Potenzial zur Digitalisierung – mit dem tollen „Nebeneffekt“, dass der Job des Hausverwalters wieder spannender wird.

Prozesse optimieren heißt auch, Ziele zu harmonisieren und am Gleichen zu arbeiten.

„Die Immobilienverwaltung ist gerade kein sexy Job. Doch zukunftsfähige Prozesse, KI und der Qualitätsanspruch wenden gerade das Berufsbild.“

Nicole Fürntrath, homeBase

„Alle Beteiligten sollten am gleichen Ziel arbeiten, eine Immobilie bestmöglich zu bewirtschaften, statt sich über einander aufzuregen.“

Daniel Thum, Erste Immobilien

WELCHE TUGENDEN, WELCHE PRÄMISSEN, WELCHE WERTE FÜHREN UNS IN DIE ZUKUNFT?

Dazu haben wir gefragt, was denn die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit sind, denn die müssen wir auch mit den vereinten Kräften der Branche angehen.

Dies waren die Antworten:

Was also ist zu tun? Auch dazu haben wir zahlreiche, teils ungewöhnliche Antworten bekommen.

Zur Frage der Gerechtigkeit, Bildung, Integration und Sozialsystem haben wir seitens der BIG neue Zahlen zum Bedarf an Schulplätzen gehört. Angesichts der Tatsache, dass es in Wien Schulen gibt, in denen bis zu 92 Sprachen gesprochen werden, ist dies wenig verwunderlich.

Wie also wollen wir die Gebäude der Zukunft entwickeln?

In der Key Note der Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums in Wien, Katrin Vohland, ging es viel um Bio-Inspiration, um Analogien zwischen Immobilien, Technik und Natur, und auch um die Verantwortung der Branche für die intakte Umwelt.

So wenig wie möglich Boden verbauen, lautet die Empfehlung der Wissenschaft. Der unverbaute Boden kann Wasser speichern, kann Biodiversität beheimaten, kann Wetterextreme abfangen, ist Lebensraum für Schatten und Kühlung spendende Bäume.

Unter dem Stichwort Bio-Inspiration lassen sich aber auch Gebäude entwerfen, die im Einklang mit der Natur stehen. Das Gebäude, in dem der Ghezzo Immobilientag stattfand – also der Office Park IV des Flughafen Wien, ist ein solches Beispiel.

Doch nicht nur die Natur, auch der Mensch selbst liefert Bio-Inspiration – besonders schön sichtbar an einem Beispiel, das in der Blauen Lagune co-kreiert wurde und dort erlebt werden kann: Die Wings For Life® Küche passt sich Lebensumständen an.

Auch kam hier das Thema KREISLAUFWIRTSCHAFT zur Sprache – ein der Natur inhärentes Prinzip.

„Jeden Tag, an dem ich NICHT daran arbeite, Immobilien nachhaltig und zukunftsfit zu entwickeln, sind meine Kinder sauer auf mich. Und das mit Recht.“

Michaela Mischek-Lainer

„Wir haben unsere Schulen so gebaut, dass die Kinder 4 – maximal 5 Jahre in der Volksschule und auch in der NMS verbringen. Der Durchschnitt sieht aber anders aus: 6-7 Jahre sind eine zu hohe Belastung für unsere Gebäude, und deshalb müssen und werden wir neue Schulen eröffnen.“

Gerald Beck, BIG

„Geht’s unseren Böden gut, geht’s uns allen gut. Ich mach mir die meisten Gedanken um eine funktionierende Bodengesundheit, denn das ist die Quelle für Klimaresilienz und Schutz der Natur und der Menschen.“

Katrin Vohland, Naturhistorisches Museum Wien

„Wir sitzen hier in einem Gebäude, das Geothermie zum Heizen und Kühlen nützt und das in der Forme eines Flügels gebaut ist, um die Windlasten optimal vom Flughafen fernzuhalten.“

Wolfgang Scheibenpflug, Flughafen Wien

„Inspiration finde ich im Dschungel. Auf so engem Raum leben so viele unterschiedliche Lebewesen in großartigen Symbiosen zusammen.“

Erich Benischek, Blaue Lagune

„Nature doesn’t create waste. Cities could follow the natural principles of circular economy. We just have to reinvite Nature into the city.”

Ondrej Chybik, Chybik+Kristof Architects

FAZIT:

Die Stimmung in der Branche ist nicht gerade euphorisch. Der Professionalisierungsschub ist längst im Gange, die eigenen Prozesse werden hinterfragt und erneuert, die Kompetenzen in allen Bereichen gesteigert. Was noch fehlt, ist ein gemeinsamer, zielgerichteter klarer Dialog auf Augenhöhe mit der Politik, denn aus der Krise in eine lebenswerte und leistbare Zukunft kommen wir nur gemeinsam.

Diesen Dialog werden wir auf der 17. GBB – Green and Blue Building Conference fortsetzen.

IHR FEEDBACK

Hochwertige Veranstaltung und coole Gastgeber!

Claus Mayer, CMy-consulting

Der Immobilienmarkt ist in Bewegung. Es braucht Mut und neue Perspektiven um positiv in die Zukunft zu schauen. Um aktuelle Herausforderungen wie den Regulationsdschungel, Baukrise, Investitionskiese, Finanzierungsfragen, Wohnungsbedarf konstruktiv zu lösen, braucht es Plattformen, die Menschen und Wissen zusammenbringen. Genau das hat 7. Ghezzo Immobilientag 2026 einmal mehr geschafft mit der perfekten Mischung aus inhaltlichem Input, spannenden Diskussionsrunden und Branchentreff. Herzlichen Dank dem gesamten Team von #wissenROCKT und den Ghezzos für eine perfekte Veranstaltung.

Katharina Proché, Realkanzlei Dr. Moriz Franz

Vielen Dank für die Einladung, sehr informativ und großartiges Netzwerk! Ich freue mich, dass ich mit einem Vortrag und einer Panel-Diskussion aktiv zum Gelingen beitragen konnte.

Stephan Pasquali, 3SI

Für mich persönlich die beste Veranstaltung in der Immobilienbranche.

Michael Jahodinsky, Würth

Sehr gelungene, informative und kurzweilige Veranstaltung, die durch tolle Speaker und sympathische Veranstalter überzeugt. Vielen Dank auch für die ausgezeichnete kulinarische Verköstigung!

Julia Leiner, Schwechater Wohnbau GmbH

Der Ghezzo Immobilientag 2026 war aus meiner Sicht eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Vorträge waren durchgehend sehr interessant, informativ und praxisnah aufbereitet. Besonders positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, zahlreiche Entscheider und Expert*innen der Branche an einem Ort zu treffen und sich in kompakter Form über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. Ich konnte viele neue Einblicke in die Immobilienbranche und insbesondere in technologische Trends gewinnen. Hervorheben möchte ich dabei vor allem den Vortrag zur Glasfasertechnik, der für mich ein besonders spannender und neuer Input war und interessante Perspektiven für zukünftige Entwicklungen aufgezeigt hat. Insgesamt eine sehr wertvolle Veranstaltung mit hohem Informationsgehalt und ausgezeichneten Networking-Möglichkeiten – ich nehme zahlreiche Impulse mit.

Michael Helm, STUWO Gemeinnützige Studentenwohnbau AG

Die Vorträge zum Nachlesen

Beyerle - Hochschule Biberach - Europa im Widerstreit

Crain - PriceHubble - Faktenchecks

Einwaller - Epmedia - KI

Höhne und Wallner - Delta - Nachhaltige Expansion

Hoertenhuber - ifea und Arealis - Energieausweis digital

Neugebauer - A1 - BEREC

Pasquali - 3SI - Kostentreiber

Vohland - NHM- Bioinspiration

Zocca und Resetarics - Wohnio x NBG - Digitalisierung der Heizung

 

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