Das waren unsere Hotel Optimal Konferenzen 2025

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Am 25. September 2025 unter Obhut der Alpen durften wir im AC Mariott Innsbruck zur Hotel Optimal Holiday-Konferenz einladen. Etwa einen Monat später, am 22. Oktober, fand mit direktem Blick auf den Stephansdom (zum ersten Mal seit 30 Jahren ohne Gerüst) im DAS TRIEST Radisson BLU in Wien unsere Hotel Optimal City-Konferenz statt – zwei Formate, die sich den gleichen Zielen widmeten: Die führenden Köpfe der österreichischen Hotellerie zusammenzubringen, Expert*innen mit Innovationen und Lösungen auf die Bühne zu holen, über Keynotes und Austausch aus dem Alltagsgeschäft hinaus über den Horizont zu schauen und die strategischen Weichen für eine strahlende Zukunft zu stellen. Dieses Jahr war ein besonders, da wir 10 Jähriges Jubiläum des Hotel Optimal Formats feierten. Umso schöner war es, in Summe um die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen zu dürfen, ein neuer Rekord.

Die Themen reichten von Strategien und Visionen über Prozessoptimierung und KI bis hin zu Nachhaltigkeit, Generationenwandel und USP. Auf der Bühne zeigten hochkarätige Persönlichkeiten der Branche, dass Österreichs Hotellerie realistisch auf ihre Herausforderungen blickt – und dabei viel Tatkraft und Optimismus mitbringt. Unter anderem diskutierten über 60 Vertreter*innen der Branche – wie z.B. Elisabeth Gürtler-Mauthner (Hotel Sacher), Signe Reisch (Hotel Rasmushof Kitzbühel), Susanne Kraus-Winkler (WKO), Teresa Karan (Austria Tourism), Gastronom Karl Wrenkh, Ned Capeleris (Ritz Carlton), Angelika Ponecz (Steigenberger Hotel) und Johannes Ehrenfeldner (Nationalparks Neusiedler See).

Hotelstrategien zwischen Tradition, Vision und Anpassungsdruck

„Strategiearbeit ist nichts für Feiglinge“, sagte Gudrun Ghezzo in ihrer Eröffnungs-Keynote und brachte damit die Stimmung vieler Teilnehmer*innen auf den Punkt. Zwischen Krisen, Kostendruck und Fachkräftemangel brauche es neue Denkweisen – und die Fähigkeit, Entscheidungen auch unter Unsicherheit zu treffen.

Die Branche stehe, so der Tenor vieler Diskussionen, an einem Wendepunkt: zwischen Tradition und Disruption, zwischen Werten und Wandel. Elisabeth Gürtler (Sacher) betonte, dass Zukunft dort entstehe, „wo Hotels wieder Orte des Wohlbefindens werden – sinnlich, echt und gesund“. Die Grand Dame der Hotellerie argumentierte, dass Longevity, Prävention und Individualität zu neuen Leitbildern der Erholung werden. Der Wunsch nach Authentizität prägt zunehmend die strategische Positionierung. Hotels, die eine klare Geschichte erzählen und Haltung zeigen, sind die Gewinner in einem Markt, der sich schneller dreht als je zuvor.

Man solle stets bedenken, dass der Tourismus Österreichs drittgrößte Exportbranche ist, so Spartenobfrau der WKÖ, Susanne Kraus-Winkler. Dabei gehe es auch um Positionierung auf anderen Märkten: „Allein aus dem indischen Markt werden bald 500 Mio. neue Gäste kommen. Und das sind schwierige Gäste.“ Signe Reisch (Rasmushof Kitzbühel) ermutigte: „Wir haben in Tirol eine heile Welt – das müssen wir verkörpern und dem Gast mitgeben. Man muss mit dem Herzen dabei sein und es gern tun – wie alles im Leben.“

Effiziente Digitalisierung trifft Gastlichkeit

Kaum ein Thema sorgte für so viel Diskussionsstoff wie Digitalisierung und KI. Das Meinungsspektrum reichte von Begeisterung über Automatisierung bis hin zur Sorge um den Verlust des Persönlichen. Michael Georg Mrazek (ncm) erklärte dabei die künftigen Trends: „Nach SEO kommt GEO – Optimierung für KI. Wer wartet, verliert Sichtbarkeit und Gäste.“ GEO (= Generative Engine Optimization) müsse jetzt angegangen werden, denn Google & Co. hätten bereits umgestellt.
Susanne Kraus-Winkler unterstrich das, mahnte aber auch: „Wir sind trotzdem eine human-touch-Branche – das darf man nicht vergessen.“

Alexander Lang (Hotel Schani UNO City) entkräftete Zweifel: „Digitalisierung nimmt der Gastfreundschaft nicht die Menschlichkeit – sie schafft Raum dafür.“ Automatisierte Check-ins, KI-basierte Buchungsassistenten oder intelligentes Lastspitzenmanagement zeigen, dass Effizienz und Erlebnis längst Hand in Hand gehen können. In vielen Häusern gehe es nicht mehr darum, ob KI kommt, sondern wie sie sinnvoll eingesetzt wird. Ein Großteil der Hotellerie habe verstanden, dass digitale Tools helfen, Freiräume für mehr Gästekontakt zu schaffen. Trotzdem betonte Robert Lang (DS-in4me): „Fast 50 Prozent der Gäste buchen ausschließlich digital. Trotzdem investieren Hoteliers noch viel in händische Werbemittel.“

Die Prozessoptimierung und Kosteneinsparung wurden als zentrale Ziele der Digitalisierung beleuchtet. Viele Hotels zeigten sich hier bereits gut aufgestellt und nutzen neue Technologien, um Abläufe zu vereinfachen und Personal zu entlasten. „Durch den Konzern haben wir vorgegebene Tools, die vieles vereinfachen – per App Schlüssel oder Kopfkissen bestellen beispielsweise. Nur fehlt teilweise die Akzeptanz beim Gast“, erklärte Marcus Thiedemann (Marriott AC Hotel Innsbruck). Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Branche noch zwischen dem Wunsch nach vollautomatisierten Prozessen und den praktischen Grenzen ihrer Umsetzung arbeitet. „Es ist eigentlich schon zeitgemäß, vollkommen digital einchecken zu können – aber die Realität zeigt, dass viele Betriebe noch zweigleisig fahren müssen“, so Tom Urbanek (Taurus Sicherheitstechnik). Paul Habjanic (goingsoft) ergänzte treffend: „Viele Arbeitsschritte, viele Fehlerquellen – das ist der aktuelle Prozess. Die KI wird nicht kommen, sie ist schon da.“ Gerade kleinere und familiengeführte Betriebe suchen dabei nach individuellen Wegen, um digitale Lösungen mit persönlicher Gastlichkeit zu verbinden. „Aufgrund weniger Personal und mehr Aufwand für guten Service werden wir immer kreativer – und bleiben so am Zahn der Zeit“, ergänzte Christian Walch (Auracher Löchl).

Nachhaltigkeit & Klimafitness – Verantwortung wird Pflicht

Wie bei allen Ghezzo-Konferenzen nahm das Thema Nachhaltigkeit viel Raum ein. Die Diskussionen reichten von Energie- und Ressourceneffizienz über Baumaterialien bis zu Mobilität und Biodiversität. Die Wirtschaftlichkeit dürfe man dabei nicht vergessen: „Nachhaltigkeit kostet Geld – aber sie bringt auch Geld“, so Christian Grünbart (Hotel AVIVA).

Die Botschaft war klar: Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern betriebliche Notwendigkeit. Ingo Theiner (Theiners Garten) berichtete, dass ökologische Standards konsequent umgesetzt werden müssen – auch wenn das bedeutet, neue Handwerker oder Lieferketten zu suchen, wenn bestehende diese nicht bieten. Andere Hoteliers setzen Maßnahmen wie eigene Wäschereien, rein regionalen Einkauf, nachfüllbare Wasserflaschen, smarte Klimaanlagen oder Shuttles für die letzte Meile um. Entscheidend für die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sei, wie Hotels konzipiert und genutzt werden. Der wegen der Erderwärmung wichtiger werdende Sonnenschutz beispielsweise „löst die Probleme des Klimawandels auch nicht. Man muss Gebäude und Nutzung ganzheitlich sehen“, erklärte Pamela Wieser (HELLA).

Auch technologische Aspekte wurden beleuchtet, denn „die Integration erneuerbarer Energien in Österreich muss verdreifacht werden, um bis 2030 Netto-Null zu erreichen“ (Martin Sautner, ABB). Von Photovoltaik über Lastspitzenmanagement bis zu sensorisch gesteuerten Gebäudefassaden reicht das Spektrum. Doch viele Beispiele zeigen, dass die Branche noch nicht durchgehend die technische Reife erreicht hat. „Technik soll immer unterstützend sein, nicht beherrschend“, erinnerte Peter Köhlbichler (GF Uponor). Nicht selten entstehen größere Modernisierungsschritte erst „durch Druck von außen“, etwa durch Auflagen oder Krisen, wie ein Hotelier offen einräumte.

Die GenZ zwingt die Hotellerie zum Wandel

Ein wiederkehrendes Thema war der Generationenwechsel in Hotellerie und Führung. Wie gelingt es, Werte zu bewahren und zugleich neue Denkweisen zuzulassen?

Die Diskussion „GenZ & Gastlichkeit – Wer soll das noch machen?“ zeigte deutlich, dass klassische Führungsmodelle an ihre Grenzen stoßen. Junge Mitarbeiter*innen suchen Sinn, Feedback und Flexibilität, während Betriebe Stabilität und Verlässlichkeit brauchen.

„Führung auf Augenhöhe heißt, dass jeder weiß, worum es geht – und seinen eigenen Weg zum Ziel finden darf“, so Elisabeth Madreiter (Hotel Der Löwe). Gleichzeitig wurde besonders in der Ferienhotellerie kritisch reflektiert: Zu viel Flexibilität könne Teams überfordern; Fairness und Klarheit bleiben zentrale Führungspflichten. „Der alte Tiroler Hotelstil geht nicht mehr. Man muss respektvoller sein“, sagte Robert Heitzmann (Hotel Quellenhof).

Viele Betriebe investieren heute gezielt in Kommunikation, Weiterbildung und Employer Branding. In der Summe entsteht ein neues Führungsverständnis, das weniger hierarchisch ist – aber nicht beliebig. Der Mensch rückt stärker ins Zentrum, nicht als Ressource, sondern als Beziehungspartner.

Doch bei der Frage, ob die GenZ auch gastlich sein kann, spalten sich die Geister: „Ich sehe nicht, dass junge Mitarbeiter*innen die Kommunikation mit dem Gast suchen“, so Sepp Altenberger (Hotel Krallerhof). Führung spiele hier eine besondere Rolle, meint Susanne Hofmann (Hotel Josefine): „Wer mit der Führung nicht einverstanden ist, wird nicht lange im Unternehmen bleiben.“ Andererseits tragen gerade junge Mitarbeiter*innen zur Identitätsbildung des Hotels bei. Bei einem Punkt sind sich aber alle einig: „Die Attraktivität des Arbeitgebers muss komplett neu gedacht werden“, so Dieter Prachner (Arcotel).

Paradigmenwechsel – vom Gästefokus zum Gastgeber*innenfokus

Die Debatten um Architektur und Positionierung machten sichtbar, dass Gestaltung längst Teil der Markenstrategie ist. „Architektur ist Ihr stärkstes, kostengünstigstes und wichtigstes Markeneigentum“, betonte Robert Blaschke (raumbau Architekten) in seinem Wake-Up Call.

Ein Hotel müsse die Seele seiner Betreiber*innen widerspiegeln und das sichtbar machen.
Ein Paradigmenwechsel – lag der Fokus die letzten Jahre doch zuerst auf Gästen, dann auf Mitarbeiter*innen. Standardisierte Konzepte und austauschbare Designs seien nicht zukunftsfähig. Auch in den Podiumsrunden zu Design und Immobilie herrschte Einigkeit: Nur wer Charakter zeigt, kann sich vom Preiskampf lösen. In der Stadthotellerie zeigt sich dies besonders über die individuellen Historien der Häuser in Verbindung mit den Gastgeber*innen: „Ich heiße Ludwig und das Hotel Beethoven. Zudem spiele ich Klavier – natürlich hebe ich das hervor“, so Barbara Ludwig (Hotel Beethoven Wien).

Diese klare Positionierung spielt eine große Rolle im Marketing. Teresa Karan (Austria Tourismus) stellte in ihrer Keynote zum Standortmarketing klar: „Die USPs müssen auch in den digitalen Kanälen hervorgehoben werden“ – und betonte, wie wichtig es sei, Nachhaltigkeit sichtbar zu machen.

Der Trend geht also zur Authentizität – zu Gebäuden, die Geschichten erzählen, Materialien, die Herkunft zeigen, und Konzepten, die erlebbar machen, wofür ein Haus steht. Stefan Bogensperger (Das Tigra Wien) brachte es auf den Punkt: „Wir haben Gäste, keine Kunden. Authentizität führt dazu, dass der Gast bereit ist, mehr Geld auszugeben.“

Fazit: Zehn Jahre Hotel Optimal – zwei Perspektiven, ein gemeinsames Ziel, klare Trendwenden

Das 10. Jubiläumsjahr von Hotel Optimal setzte neue Teilnehmerrekorde: Über 200 Gäste zeigten, wie vielfältig die österreichische Hotellerie aufgestellt ist – und wie eng die Themen der Ferien- und Stadthotellerie miteinander verwoben sind – mit doch ihren feinen und wichtigen strategischen Unterschieden.

Digitalisierung und KI werden wohl in den nächsten Jahren in jedem Haus Einzug halten, und klare Effizienzsteigerungen und Verkaufserfolge liefern.

Gerade im Thema der USP-Gestaltung wurde deutlich, dass der Human Touch immer mehr in den Fokus rückt, und die persönlichen Charakteristiken der Gastgeber immer deutlicher widerspiegelt. Die Gastgeber*innen und deren Teams prägen deutlicher als bisher das Look-and-Feel und somit das Gästeerlebnis.

Die Diskussionen zeigten dabei nicht nur Konsens, sondern auch Reibung: zwischen Kosten und Nachhaltigkeit, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Effizienz und Empathie.

Zehn Jahre nach dem Start hat sich Hotel Optimal als stabiler Impulsgeber etabliert. Das Format spiegelt die Entwicklung einer Branche wider, die gelernt hat, wirtschaftlichen Druck, Fachkräftemangel und Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Antrieb zu nutzen.

Ob Ferien- oder Stadthotel – beide Seiten arbeiten an derselben Zukunft: einer Hotellerie, die wirtschaftlich tragfähig, technologisch kompetent und gesellschaftlich relevant bleibt.

 

Vorträge zum Herunterladen

 

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Die nächste Hotel Optimal Konferenz für die Ferienhotellerie findet am 29.9.2026 in Salzburg und die für die Stadthotellerie am 22.10.2026 in Wien statt.

 

                 

 

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