CTC-Award Einreichung: Enshift
Steigende Energiekosten, wachsende Abhängigkeit von fossilen Importen und ungenutzte Dachflächen – aus dieser Ausgangslage entstand die Idee von Green Energy Contracting. Das Konzept reagiert auf eine zentrale Hürde der Energiewende: Viele Eigentümer*innen möchten ihre Gebäude klimaneutral betreiben, scheitern jedoch an den hohen Anfangsinvestitionen.
Das Unternehmen enshift entwickelt Modelle, bei denen die Finanzierung, Planung und der Betrieb von Photovoltaik- und Wärmesystemen übernommen werden. So können Energieerzeugung, Nutzung und Rückspeisung vor Ort stattfinden – ohne dass Eigentümer selbst Kapital aufbringen müssen. Ziel ist es, die Dekarbonisierung breiter umzusetzen und den Energieverbrauch stärker an zirkulären Prinzipien auszurichten.
Vincent Hahne: Was war die Geburtsstunde Ihrer Idee?
Ashraf Yanni: Die Ausgangslage war klar: Energiekosten steigen, die Abhängigkeit von fossilen Importen wächst – und gleichzeitig liegen unzählige Dach- und Fassadenflächen ungenutzt brach. Viele Eigentümer*innen wollten zwar raus aus Öl und Gas, doch die hohen Investitionskosten waren eine unüberwindbare Hürde. Genau hier entstand die Idee von Green Energy Contracting: ein Modell, das Dekarbonisierung ermöglicht, ohne dass Eigentümer selbst Kapital aufbringen müssen.
Vincent Hahne: Wie hilft Ihre Lösung dabei, Kreislaufwirtschaft umzusetzen?
Ashraf Yanni: Mit Green Energy Contracting wird Kreislaufwirtschaft im Energiesektor greifbar. Wir verwandeln bestehende Flächen in Energiequellen, übernehmen Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus – von der Planung über den Betrieb bis hin zum Repowering und Recycling – und stellen sicher, dass die Energie vor Ort erzeugt, gespeichert, genutzt und rückgespeist wird. So bleibt Wertschöpfung in der Region, Emissionen sinken und fossile Abhängigkeiten werden reduziert.
Vincent Hahne: Was hebt Sie von Ihren Mitbewerber*innen ab?
Ashraf Yanni: Im Gegensatz zu klassischen Anbietern geht unser Ansatz weit über die Installation von Photovoltaik hinaus. Wir tragen die Investition und das Risiko, setzen auf ein ganzheitliches Energiesystem mit Speicher, Wärmepumpen und E-Mobilität und ermöglichen so die Dekarbonisierung ganzer Gebäudeportfolios. Durch standardisierte Prozesse und ein starkes Partnernetzwerk setzen wir Projekte schnell um – und schaffen gleichzeitig ökonomische wie ökologische Vorteile für unsere Kund*innen.
Vincent Hahne: Vor welchen Hürden stehen Sie aktuell?
Ashraf Yanni: Trotz aller Erfolge stehen wir vor Herausforderungen: Langwierige Genehmigungsverfahren, knappe Netzkapazitäten und komplexe regulatorische Vorgaben verzögern Projekte. Dazu kommt, dass viele Eigentümer noch immer glauben, ohne eigene Investition gebe es keinen Handlungsbedarf. Genau diese Denkweise wollen wir mit unserem Modell durchbrechen.
Vincent Hahne: Was treibt Sie persönlich an, sich dem Thema zu widmen?
Ashraf Yanni: Uns treibt die Überzeugung an, dass die Energiewende nur gelingt, wenn sie praktisch, wirtschaftlich und massentauglich wird. Wir haben keine Zeit mehr für endlose Diskussionen – wir müssen handeln. Green Energy Contracting ist für uns ein Weg, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Projekte umzusetzen, die Wirkung zeigen – für uns und vor allem für die nächste Generation.
Vincent Hahne: Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft im Punkto Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft?
Ashraf Yanni: Damit der Wandel schneller gelingt, braucht es klare Unterstützung: Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, stabile Rahmenbedingungen und gezielte Anreize für Contracting-Modelle. Noch wichtiger ist aber Bewusstsein: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sie ist auch ökonomisch klug. Politik sollte hier Enabler sein – und Gesellschaft ein aktiver Teil der Veränderung
Enshift hat zum CTC-Award 2025 eingereicht. Seien Sie nächstes Jahr dabei!