12.000 m² Lager in Holzbauweise und Passivhaus Qualität – GBB Award 2013 Gewinner Max Schachinger im Gespräch…

by Ghezzo GmbH

Max Schachinger hat 2013 den GBB Award mit einem fast 12.000m² Lager in Holzbauweise und Passivhausqualität. Wir befragten ihn zu seinem Projekt und zu seiner persönlichen Haltung zum Thema Nachhaltigkeit.

Sie haben zum GBB Award 2013 eingereicht und diesen gewonnen – Bei den GBB Awards dreht sich ja alles um das Thema Nachhaltigkeit. Bitte stellen Sie Ihr Projekt – kurz vor. Welchen Stellenwert spielt das Thema Nachhaltigkeit dabei?

Bei unserem aktuellen Warehouse war uns von Anfang an klar: Wir wollen die letzten 20 Jahre Evolution in Technik und Architektur in der Logistik nachholen. Und es muss diesmal wirklich nachhaltig sein. Beim aktuellen Niveau des Gewerbebaus zwar leicht möglich, war es für uns trotzdem neu: In Sachen Lebenszykluskosten, Holzbau, Bauökologie und Arbeitsplatzqualität wollten wir einen Benchmark schaffen. Es kam dann einfach alles zusammen – es entstand ein Leuchtturm.

Was waren die wichtigsten Learnings für Sie in diesem Projekt?

Wir leben zwischen Zürich und Wien in einem Schlaraffenland der nachhaltigen Technik & Architektur. Es gibt Weltmarktführer in vielen Bereichen und gutes Handwerk in jeder Region. Wir haben diesmal zu verstehen gegeben, dass wir es ernst meinen, und nach ein paar Anläufen kamen dann die interessanten Vorschläge.
In der Planung werden die Qualitäten und Kosten festgesetzt, mit denen man dann Jahrzehnte lebt. Sie ist der Schlüssel. Weil der Kunde aber sehr schnell ein ökologisches Lager haben wollte, kam sie wieder zu kurz. Zum Glück machte der Architekt mit seiner Erfahrung fast alles wett und das Baumaterial und die Firmen taten ihr Übriges.

Ökologie, soziale Faktoren, Wirtschaftlichkeit: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Für uns als Logistik-Dienstleister in einer sehr knapp kalkulierten Branche stellt sich die Frage der ökonomischen Rentabilität ökologischer Maßnahmen jeden Tag. Schlussendlich liegt aber erst in der Verbindung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.
Dementsprechend bemühen wir uns aktiv, ökologische und soziale Problemstellungen mit unseren Partnern gemeinsam zu lösen, mit unseren Auftraggebern (wie bei unserem nachhaltigen Lager LT1) und über die Arbeit in zentralen Foren (auf nationaler Ebene im Zentralverband Spedition und Logistik).

Transformationsprozesse: Welchen Veränderungen muss sich die Immobilienbranche mittelfristig stellen?

Für fossile Brennstoffe und andere Ressourcen wird bald deren wirklicher Preis zu zahlen sein. Nachhaltige Immobilienbewirtschaft gemeinsam mit nachhaltiger Raumplanung wird daher an Bedeutung zunehmen, zumindest dort, wo sie nach 60 Jahren Nachkriegszersiedelung noch Platz hat.
Die gesamten Lebenszykluskosten werden die reinen Errichtungskosten als hauptsächliches Entscheidungskriterium ablösen und der Landverbrauch neuer Gebäude wird kritischer betrachtet werden.
Das wachsende Bewusstsein gegenüber energieeffizienten Bauweisen und dem Energieverbrauch von Gebäuden sind langanhaltende Trends. Auch das Energieeffizienzgesetz trägt (wenn auch in kleinen Schritten) zu dieser Entwicklung bei.
Ich glaube, dass wir uns nach der durch billiges Öl befeuerten Phase mit der wohl tristesten Architektur der Menschheitsgeschichte wieder mehr der Qualität des Seins im Raum bewusst werden. Licht, Weite, Klarheit, Proportion, Haptik, Form, Akustik, Geruch, Resonanz, diese Werte rücken wieder mehr ins Zentrum.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem persönlichen Leben?

Das Leben ist kurz und zu schade um verplempert oder verschlafen zu werden. Ich möchte aktiv zu einem besseren Leben beitragen – für alle Lebewesen. Praktisch gesehen ist jede stoffliche Bilanz auch bei mir negativ. Bei Autos habe ich eine Schwäche, und bei der work-life-balance. Aber ich fahre gleichzeitig Bahn, ernähre mich Bio & vegan (ach ja…Schokolade 😉 und lebe bis auf den Stress recht gesund.
Yoga & Meditation helfen mir seit meinem 15. Lebensjahr immer wieder am Weg zu bleiben.

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